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	<title>Die eigene Praxis: Praxisgründung und Praxisführung</title>
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	<description>Wie man eine Psychotherapie-Praxis gründet und führt</description>
	<lastBuildDate>Mon, 16 Mar 2026 13:37:38 +0000</lastBuildDate>
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		<title>Unternehmerisches Denken in der eigenen Praxis</title>
		<link>https://eigene-praxis.claudiafrey.de/unternehmerisch-denken-eigene-praxis/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Claudia Frey]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 20 Nov 2025 07:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
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					<description><![CDATA[Wir Psychotherapeut:innen sind klinisch hervorragend ausgebildet –aber kaum jemand von uns hat gelernt, unternehmerisch zu denken.Unsere Ausbildung konzentriert sich auf das, was inhaltlich zentral für unseren Beruf ist: die klinische Arbeit mit Menschen.Doch in dem Moment, in dem wir eine eigene Praxis führen, verändert sich etwas Grundlegendes.Wir haben jetzt eine doppelte Rolle.Wir sind nicht mehr [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div class="thrv_wrapper thrv_text_element"><p data-end="538" data-start="403">Wir Psychotherapeut:innen sind klinisch hervorragend ausgebildet –<br data-start="469" data-end="472">aber kaum jemand von uns hat gelernt, unternehmerisch zu denken.</p><p data-end="752" data-start="540">Unsere Ausbildung konzentriert sich auf das, was inhaltlich zentral für unseren Beruf ist: die klinische Arbeit mit Menschen.<br data-start="654" data-end="657">Doch in dem Moment, in dem wir eine eigene Praxis führen, verändert sich etwas Grundlegendes.</p><p data-end="922" data-start="754">Wir haben jetzt eine doppelte Rolle.<br data-start="794" data-end="797">Wir sind nicht mehr einfach nur Therapeutin – wir sind auch Unternehmerin.</p><p data-end="1253" data-start="924">Wir denken oft gar nicht daran, dass damit eine grundsätzliche Veränderung einhergeht.<br data-start="955" data-end="958">Und so agieren wir manchmal, als wäre unsere Praxis einfach eine intensivere Form der Anstellung.<br data-start="1055" data-end="1058">Aber das stimmt nicht.<br data-start="1080" data-end="1083"><br>Eine Praxis zu eröffnen ist nicht „mehr klinische Arbeit“ – es ist klinische Arbeit <em>plus </em>Unternehmertum.</p><h3 class=""><br></h3><h2 data-end="774" data-start="734" class=""><strong data-end="774" data-start="738">Ein Denkfehler</strong></h2><p data-end="867" data-start="776">„Ich mach’s selbst, das ist günstiger.“<br data-start="815" data-end="818">Diesen Satz höre ich oft. Und ich verstehe ihn.</p><p data-end="1085" data-start="869">Aber ehrlich? Selbermachen ist selten kostenlos.<br data-start="917" data-end="920">Es kostet Zeit, Energie, Aufmerksamkeit – und manchmal auch Nerven.<br data-start="987" data-end="990">Und das sind Ressourcen, die in einer eigenen Praxis kostbarer sind als mancher Euro.</p><p data-end="1316" data-start="1087">Zeit ist keine kostenlose Beigabe. Sie ist eine Ressource - und wenn ich sie mit Buchhaltung oder Website-Feinheiten verbringe, fehlt sie mir dort, wo ich eigentlich etwas bewirken könnte. Wo ich genau das mache, was ich am allerbesten kann, z.B. Psychotherapie - oder auch in der konzeptionellen Weiterentwicklung meiner Praxis.</p><p>Unternehmerisch zu denken heißt also auch:<br>bewusst zu entscheiden, <em>wo</em> sich der eigene Einsatz wirklich lohnt –<br>und <em>wo</em> es klüger ist, sich Unterstützung zu erlauben.</p><p><br></p><h2 data-end="1355" data-start="1323" class=""><strong data-end="1355" data-start="1327">Wann Ausgeben klüger ist als Sparen</strong></h2><p data-end="1591" data-start="1357">Nicht jede Ausgabe ist eine Belastung.<br data-start="1395" data-end="1398">Manches lässt sich absetzen.<br data-start="1426" data-end="1429">Manches ist schlicht eine Investition in Qualität –<br data-start="1480" data-end="1483">in eine gute Supervision, in eine Fortbildung,<br data-start="1529" data-end="1532">oder in Möbel, die nicht nach drei Jahren zusammenbrechen.</p><p data-end="1823" data-start="1593">Und manches zahlt sich indirekt aus:<br data-start="1634" data-end="1637">durch Entlastung, Zeitgewinn, neue Perspektiven.<br data-start="1685" data-end="1688">Zum Beispiel durch Profis, die mitdenken – eine Steuerberaterin,<br data-start="1752" data-end="1755">eine IT-Fachkraft oder ein Coach, der die richtigen Fragen stellt.</p><p data-end="1945" data-start="1825">Auch eine KI kann Arbeit abnehmen.<br data-start="1859" data-end="1862">Aber sie denkt und fühlt nicht so mit, wie es ein Mensch kann.<br data-start="1887" data-end="1890">Und Mitdenken ist oft das, was den Unterschied macht.</p><p data-end="1945" data-start="1825"><br></p><h2 class=""><strong>Was unternehmerisches Denken wirklich bedeutet</strong></h2><p>Unternehmerisches Denken beginnt dort,<br>wo man aufhört, nur in Kosten zu rechnen –<br>und anfängt, in Wirkung, Qualität und Nachhaltigkeit zu denken.</p><p>Es geht nicht darum, um jeden Preis Geld zu sparen,<br>sondern bewusst zu investieren:<br>in Know-how, in Strukturen, in Entlastung, in Beziehungen.</p><p>Und ja – manchmal in Dinge,<br>die auf den ersten Blick teurer wirken,<br>aber auf den zweiten Blick Wert schaffen.</p><p data-end="2140" data-start="2008"><br></p><h2 class=""><strong>Fazit</strong></h2><p data-end="3173" data-start="2948">Unternehmerin zu sein heißt, das Schiff zu lenken – aktiv Entscheidungen zu treffen:<br data-start="3032" data-end="3035">wohin sich die Praxis entwickeln soll, welche Ressourcen wann und wie eingesetzt werden, worauf gespart wird und worin man investiert.</p><p data-end="3224" data-start="3180">Kurz gesagt: den Kurs selbst zu bestimmen.</p><p data-end="3224" data-start="3180"><br></p><p>Wenn Sie solche Gedanken spannend finden und regelmäßig Impulse rund um Praxisführung, Positionierung und unternehmerisches Denken bekommen möchten:</p><p><br><img src="https://s.w.org/images/core/emoji/17.0.2/72x72/1f449.png" alt="👉" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" /> <strong><span style="--tcb-applied-color: rgb(209, 0, 98) !important; color: rgb(209, 0, 98) !important;">Melden Sie sich gerne für meinen Newsletter an, ganz unten auf dieser Seite.</span></strong></p></div><div class="tcb_flag" style="display: none"></div>
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		<title>Kassensitz kaufen: Lohnt sich das?</title>
		<link>https://eigene-praxis.claudiafrey.de/kassensitz-kaufen-lohnt-sich-das/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Claudia Frey]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 15 May 2025 06:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Praxisgründung]]></category>
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					<description><![CDATA[In den letzten Wochen habe ich in zwei Gesprächen mit Kolleg:innen aus verschiedenen Städten gehört, dass ihnen jeweils mehr als 130.000 Euro für den Kauf eines hälftigen Kassensitzes genannt wurden. Ein Preis, der viele Fragen aufwirft, wenn man einen Kassensitz kaufen möchte. Die beiden haben mir fast dieselbe Frage gestellt: „Lohnt sich das?“ Und beiden [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div class="thrv_wrapper thrv_text_element"><p>In den letzten Wochen habe ich in zwei Gesprächen mit Kolleg:innen aus verschiedenen Städten gehört, dass ihnen jeweils mehr als 130.000 Euro für den Kauf eines hälftigen Kassensitzes genannt wurden. Ein Preis, der viele Fragen aufwirft, wenn man einen Kassensitz kaufen möchte. Die beiden haben mir fast dieselbe Frage gestellt: „Lohnt sich das?“ Und beiden habe ich – sinngemäß – so etwas gesagt wie: „Es kommt darauf an.“</p><p>Denn wie so oft gibt es kein Schwarz oder Weiß. Leider.</p><p>Vielleicht fragen auch Sie sich: Was <em>wäre</em> ein fairer Preis für einen Kassensitz? Wie viel Risiko ist sinnvoll? Und wie finde ich überhaupt heraus, ob das Ganze für mich der richtige Schritt ist – finanziell, aber auch persönlich?</p><p>In diesem Blogpost will ich meine Gedanken dazu ein bisschen ausführen. Ich zeige Ihnen, welche konkreten Zahlen Sie in Ihre Überlegungen einbeziehen können. Und ich lade Sie ein, auch die emotionale Seite der Entscheidung mitzudenken.</p><p><strong>In Heidelberg und Mannheim liegen die Beträge für einen halben Kassensitz übrigens deutlich niedriger </strong>– meistens irgendwo zwischen 25.000 und 35.000 Euro, von Stuttgart habe ich mal 45.000,- gehört. In etwas ländlicheren Regionen kann es auch vorkommen, dass Sitze deutlich günstiger sind oder sogar ohne Übernahmekosten abgegeben werden – mangels Bewerber*innen.</p><p><br>In <strong>Baden-Württemberg</strong> kommt noch ein wichtiger Punkt hinzu: Wenn der Preis für einen Kassensitz stark vom ortsüblichen Rahmen abweicht, kann man eine Überprüfung durch den <a href="https://www.kvbawue.de/praxis/niederlassung/zulassungsausschuss" target="_blank" class="" style="outline: none;" rel="noopener">Zulassungsausschuss der KV</a> veranlassen – ich habe schon von Fällen gehört, wo der Preis zum Schluss sehr deutlich herab gesetzt werden musste.</p><p><br></p><p><strong>Als Käufer:in können Sie sich gegen überhöhte Preisforderungen also aktiv zur Wehr setzen – mit guten Erfolgsaussichten. Jedenfalls in Baden-Württemberg, in anderen Bundesländern scheint das kein übliches Vorgehen zu sein.</strong></p><p><br></p><h2 class="">Was kostet ein Kassensitz – und warum variiert der Preis so stark?</h2><p>Wenn Sie sich gerade mit dem Gedanken tragen, einen Kassensitz zu übernehmen, begegnen Ihnen also sehr unterschiedliche Summen. Die Spanne liegt irgendwo zwischen 145.000 Euro für einen hälftigen Sitz – und 15.000,- oder sogar kostenlos. Wie passt das zusammen? Und woran liegt das?</p><p>Hier ein paar wichtige Punkte, die helfen, das besser einzuordnen:</p><ul class=""><li>In <strong>Baden-Württemberg </strong>liegt der Preis für einen halben Sitz in den Städten meist zwischen<strong>&nbsp;25.000 und 35.000 Euro.</strong></li><li>In ländlicheren Regionen ist es nicht ungewöhnlich, dass Sitze deutlich günstiger abgegeben werden – manchmal sogar ganz ohne Kaufpreis.</li><li>In Städten wie <strong>Köln oder Berlin</strong> berichten Kolleg:innen derzeit von Preisen um die <strong>130.000 Euro </strong>– für einen halben Sitz.</li><li>Der wichtigste Grund für diese Unterschiede: In Baden-Württemberg <strong>prüft der Zulassungsausschuss, ob der Preis im ortsüblichen Rahmen liegt. Überhöhte Forderungen können dazu führen, dass die Übertragung abgelehnt wird.</strong></li><li>Das bedeutet auch: <strong>K</strong><strong>äufer:innen können sich gegen überzogene Preise mit Aussicht auf Erfolg wehren</strong></li><li>In anderen Bundesländern ist dieser Schutz weniger ausgeprägt – dort setzen sich Marktpreise oft unreguliert durch.</li></ul><p><strong>Zusammengefasst:</strong> Die Preise für hälftige Kassensitze unterscheiden sich nicht nur zufällig. Wer in Baden-Württemberg gründet, profitiert von klaren Regeln, die Fantasiepreise verhindern. In anderen Bundesländern kann es dagegen sehr teuer werden – vor allem in Großstädten. Doch selbst dort ist es eine Frage des Einzelfalls – und der persönlichen Bereitschaft, diesen Preis zu zahlen. Und das Prinzip "Angebot und Nachfrage" spielt natürlich eine Rolle, so dass es in weniger gefragten Regionen fast immer sehr viel günstiger oder sogar kostenneutral ist, sich mit einer eigenen Kassenpraxis niederzulassen.</p><p><br></p><h2 class="">Was Sie mit bedenken sollten, bevor Sie sich entscheiden</h2><p>Mir wird oft die Frage gestellt: „Lohnt sich das finanziell?“, wenn man überlegt, einen Kassensitz zu kaufen.</p><p>Eine sehr berechtigte Frage.</p><p>Aber sie lässt sich nicht mit einem einfachen "ja" oder "nein" beantworten, vor allem wenn der Preis sehr hoch ist. Denn es kommt ganz darauf an, <strong>wie viel Sie realistischerweise arbeiten können oder wollen</strong>, <strong>wie hoch Ihre Kosten davon abgesehen sind</strong> (Miete etc) – und <strong>wie Ihr Leben sonst aussieht. </strong>Außerdem sollten Sie in Ihre Überlegungen mit einbeziehen, ob Sie bereit sind, einen Teil Ihrer Arbeitszeit mit Verwaltung und Organisation statt mit Behandlungen zu verbringen. Dieser Teil generiert keine Einkünfte, vermindert also das mögliche Einkommen, wenn Sie Ihre Arbeitszeit nicht erhöhen möchten.</p><p>Hier ein paar Überlegungen, die Sie in Ihre Entscheidung mit einbeziehen sollten:</p><ul class=""><li><strong>Wie viele Sitzungen pro Woche möchten oder können Sie anbieten?</strong></li><li>Wieviel Zeit wären Sie pro Woche bereit, sich mit Verwaltung/ Organisation zu beschäftigen?</li><li><strong>Wie viel Urlaub oder sonstige Abwesenheit planen Sie realistisch pro Jahr ein?&nbsp;</strong></li><li><strong>Wie hoch sind Ihre monatlichen Fixkosten (</strong>Praxis-Miete, Versicherungen, Verwaltung, evtl. Kredite aus der Ausbildung)?</li><li><strong>Haben Sie Zugang zu finanzieller Unterstützung? Jobcenter, Gründungszuschuss, private Rücklagen?</strong></li><li><strong>Wie viel können und wollen Sie monatlich für einen Kredit aufbringen?</strong></li><li><strong>Wie lang wären Sie bereit, den Kredit abzuzahlen? Sind Sondertilgungen möglich</strong> (also die Möglichkeit, zusätzlich zum normalen Monatsbetrag freiwillig mehr zurückzuzahlen – etwa, wenn Sie eine Erbschaft bekommen oder die Praxis gut läuft)?</li><li>Nicht vergessen: <strong>Kreditraten lassen sich nicht steuerlich absetzen</strong> – Zinsen und das, was Sie vom Kredit kaufen, in der Regel schon.</li><li>Und ganz wichtig: <strong>Die Honorare pro Therapiesitzung sind überall gleich</strong> – egal, ob Sie in der Großstadt oder auf dem Land arbeiten. Das bedeutet: Wenn Sie für den Sitz 130.000 Euro zahlen, zusätzlich hohe städtische Mieten haben und &nbsp;deshalb über 10–15 Jahre hohe Kreditraten abzahlen müssen, bleibt am Ende deutlich weniger übrig als in einer Region, wo Sie einen Sitz für 25.000 Euro kaufen – oder vielleicht sogar kostenlos übernehmen können.</li></ul><p><strong>Eine konkrete Formel zur Kalkulation Ihrer Arbeitszeit und Gewinnspanne finden Sie übrigens in meinem Mini-E-Kurs:</strong><br><img decoding="async" role="img" class="emoji" alt="&#x1f449;" src="https://s.w.org/images/core/emoji/17.0.2/svg/1f449.svg">
<a href="https://kurse.claudiafrey.de/e-kurse/anmeldung-a-g-a/" class="" style="outline: none;" target="_blank" rel="noopener">Hier geht's zur „Arbeitszeit-Gewinnanalyse“</a></p><p><strong>Zusammengefasst</strong>: „Lohnt sich das?“ lässt sich nicht nur per Taschenrechner beantworten. Der emotionale Aspekt und Ihre Vorstellung von Ihrer Lebensgestaltung kann nicht perfekt in Zahlen gepackt werden. Aber Sie können ausrechnen, wie Ihre Zahlen ungefähr aussehen würden, wenn Sie Ihre persönlichen Rahmenbedingungen realistisch einbeziehen. Dann wird die Entscheidung klarer und hoffentlich etwas leichter.</p><p><br></p><h2 class="">Entscheiden unter Unsicherheit: Was Ihnen hilft, eine gute Wahl zu treffen</h2><p>Wenn es um die eigene Praxisgründung geht, merken viele Kolleg:innen: Die Entscheidung fühlt sich ganz anders an, als man dachte. Viele erleben Unsicherheit – und das, obwohl sie im Alltag genau darin geschult sind, andere Menschen durch schwierige Entscheidungen zu begleiten.</p><p><strong>Vielleicht hilft es, unser klinisches Wissen auch auf uns selbst anzuwenden.</strong><br>Was wissen Sie z.B. über sich: Wie gehen Sie mit Unsicherheit um? Was hilft Ihnen, wenn Sie etwas nicht ganz überblicken kann? Was wäre ein nächster, gangbarer Schritt – auch ohne absolute Sicherheit? Wie könnten Sie sich selbst emotional stärken und unterstützen?</p><ul class=""><li><strong>Erlauben Sie sich, dass es keine perfekte Sicherheit geben kann.</strong></li><li><strong>Fragen Sie sich: Was sind meine wichtigsten Werte? Geht es um Freiheit, Selbstbestimmung, mehr Freizeit, Sicherheit – oder etwas ganz anderes?</strong></li><li><strong>Warum ist mir die eigene Praxis so wichtig? Könnte ich das, was ich mir davon erhoffe, vielleicht auch auf einem anderen Weg erreichen – zum Beispiel mit einer anderen Stelle?</strong></li><li><strong>Reden Sie mit Kolleg:innen, die schon gegründet haben – nicht nur über Zahlen, sondern auch über Erfahrungen.</strong></li><li><strong>Holen Sie sich gezielt Beratung: Steuerberater:in, Bank, Praxis-Coaching – oder auch eine Supervision mit Blick auf Ihre eigene Situation.</strong></li><li><strong>Stellen Sie sich die Fragen, die Sie gut kennen – aber auf sich selbst angewendet vielleicht herausfordernder als gedacht&nbsp; sind:&nbsp;</strong>Sie wissen schon, so etwas wie: Was würde ich entscheiden, wenn ich keine Angst hätte? Was würde ich bereuen, wenn ich es nicht probiere?</li></ul><p><strong>Zusammengefasst:</strong> Eine Praxis zu gründen ist nicht nur eine wirtschaftliche Entscheidung – sondern auch ein persönlicher Entwicklungsprozess. Gerade in diesen Momenten hilft es, sich selbst freundlich und großzügig zu begegnen - und Frieden mit der eigenen Entscheidung zu schließen, sobald sie getroffen ist (egal, <em>welche</em> getroffen wurde)</p><p><br></p><h2 class="">Fazit: Was „es kommt darauf an“ genau bedeuten kann</h2><p>„Lohnt sich das?“ Diese Frage haben mir in kurzer Zeit gleich mehrere Kolleg*innen gestellt – nachdem ihnen jeweils ungefähr 130.000 Euro für einen hälftigen Kassensitz genannt wurden. Die Antwort ist oft erst mal ein „Es kommt darauf an“.&nbsp;</p><p>Die Preisunterschiede für Kassensitze sind enorm – zwischen Bundesländern, Regionen und Stadt-Land-Lagen. Baden-Württemberg bietet hier vergleichsweise viel Sicherheit, weil der Zulassungsausschuss überhöhte Preise überprüft – was Käufer:innen aktiv schützt und das gesamte System stabilisiert.</p><p>Auch die Mietpreise sind bekanntermaßen extrem unterschiedlich. Die Honorare sind allerdings überall gleich. Wenn ich davon ausgehe, dass derzeit sicherlich auch ein ländlicher Sitz in kurzer Zeit komplett ausgebucht ist, verdient man hier relativ deutlich mehr als in einer Großstadt.</p><p>Was das für Sie persönlich bedeutet, ob sich ein Sitzkauf für Sie lohnt, hängt also stark davon ab, wo Sie leben bzw. wo Sie Ihre Praxis eröffnen möchten. Außerdem aber auch von Ihren persönlichen Rahmenbedingungen und von Ihren Werten:</p><ul class=""><li class="">Wie viel möchten Sie arbeiten? Wieviel davon soll klinisch sein?</li><li class="">Wie viel verdienen?</li><li class="">Welche monatlichen Verpflichtungen haben Sie alles in allem?</li><li class="">Wie wichtig ist Ihnen die eigene Praxis und warum?</li><li class="">Wie müsste eine Anstellung gestaltet sein, um alle diese Aspekte (oder einige davon) abzudecken?</li><li class="">Und: Welche finanziellen und emotionalen Risiken sind Sie bereit einzugehen?</li></ul><p><img decoding="async" role="img" class="emoji" alt="&#x1f449;" src="https://s.w.org/images/core/emoji/17.0.2/svg/1f449.svg">
<strong>Möchten Sie Ihre Einnahmen und Ausgaben mal konkret durchrechnen?</strong><br>Dann schauen Sie gern in meinen Mini-E-Kurs „Arbeitszeit-Gewinnanalyse“. Der hilft Ihnen, Ihre persönliche Entscheidung auf ein solides Fundament zu stellen.<br><a href="https://kurse.claudiafrey.de/e-kurse/anmeldung-a-g-a/" target="_blank" rel="noopener">Hier geht's zum Kurs</a></p></div><div class="tcb_flag" style="display: none"></div>
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			</item>
		<item>
		<title>Was passiert mit Ihrer Praxis, wenn Sie plötzlich ausfallen?</title>
		<link>https://eigene-praxis.claudiafrey.de/praxis-testament/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Claudia Frey]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 01 May 2025 12:41:27 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Praxisführung]]></category>
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					<description><![CDATA[Was passiert mit Ihrer Praxis, wenn Sie plötzlich ausfallen? Dieser Beitrag zeigt, wie Sie mit einem Praxis-Testament vorsorgen – für Ihre Patient*innen, Ihre Angehörigen und sich selbst. Konkret, klar, direkt umsetzbar.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div class="thrv_wrapper thrv_contentbox_shortcode thrv-content-box tve-elem-default-pad">
	<div class="tve-content-box-background"></div>
	<div class="tve-cb"><div class="thrv_wrapper thrv_text_element"><h2 class=""><strong>So erstellen Sie ein Praxis-Testament</strong></h2><p>Die Frau eines jungen Kollegen – nennen wir sie Lisa – rief mich kürzlich an. Ihr Mann war ganz plötzlich verstorben. Morgens noch normaler Alltag und plötzlich ist alles anders. Totaler Schock. Als wir sprachen, war sie kaum in der Lage, einen klaren Gedanken zu fassen. Sie schlief kaum, funktionierte irgendwie – für die Kinder, alles andere war jetzt komplett unwichtig. Und dann die Erkenntnis: Sie muss sich um seine Praxis kümmern, wenn sie und ihre Familie nicht wirtschaftlich untergehen wollte.&nbsp;</p><p>In ihrer Trauer an Geld zu denken, erschien grausam – aber es war auch klar, dass sie einen riesigen Schuldenberg erben würde, wenn es ihr nicht gelingen würde, die Praxis zeitnah zu verkaufen.</p><p>Aber wie? Sie war keine Psychotherapeutin und hatte sich nie um die Praxisorganisation gekümmert. Niemand war da, um ihr zu erklären, welche Rolle die Kassenärztlichen Vereinigung spielt. Welche Fristen zu beachten sind. Was mit laufenden Verträgen ist. Wie man weiß, welche Patient*innen informiert werden müssen (und wie).&nbsp;</p><p>Lisa hatte keinen Plan. Praxiskolleg*innen ihres verstorbenen Mannes, die vielleicht hätten helfen können, waren untergetaucht. Vielleicht auch zu sehr betroffen und möglicherweise genauso ahnungslos.&nbsp;</p><p>Ich habe Lisas Anruf zum Anlass genommen, mein eigenes Praxis-Testament wieder mal zu überarbeiten, das mache ich eigentlich regelmäßig (aber wie das so ist, hatte ich es tatsächlich seit zwei oder drei Jahren nicht mehr gemacht). Und ich habe meine Angehörigen darüber informiert, dass es dieses Dokument gibt – und wo sie es im Notfall finden. Und natürlich habe ich das alles mit Lisa geteilt.</p><p>Die Vorlage, die ich selbst nutze, ist übrigens auch Teil eines Bonus-Moduls im StarterKit – meinem Onlinekurs für Psychologische Psychotherapeut*innen, die ihre eigene Praxis gründen (oder gerade gegründet haben). Dort stelle ich sie – zusammen mit anderen praxiserprobten Unterlagen – im „Praxis-Köfferchen“ zur Verfügung.</p><p><strong>Was wäre bei Ihnen?</strong><br>Wer würde sich kümmern, wenn Sie plötzlich ausfallen? Wer wüsste überhaupt, was zu tun ist?</p><p>In diesem Beitrag habe ich zusammen gestellt, wie Sie mit wenig Aufwand ein Praxis-Testament erstellen – als konkrete Vorsorge für Ihre Praxis, Ihre Patient*innen und vor allem die Menschen, die Ihnen nahe stehen.</p><p><br></p><h2 class="">Inhaltsverzeichnis</h2><ol class=""><li class=""><a href="#tve-jump-1968bbcd265" class="tve-jump-scroll" style="outline: none;" jump-animation="smooth">Was ist ein Praxis-Testament – und warum brauchen Sie eines?</a></li><li class=""><a href="#tve-jump-1968bc27fcb" jump-animation="smooth" class="tve-jump-scroll" style="outline: none;">Was gehört in ein gutes Praxis-Testament?</a></li><li class=""><a href="#tve-jump-1968bc715e8" jump-animation="smooth" class="tve-jump-scroll" style="outline: none;">Rechtliche Grundlagen – was sagt die Berufsordnung?</a></li><li class=""><a href="#tve-jump-1968bc948fd" jump-animation="smooth" class="tve-jump-scroll" style="outline: none;">In 60 Minuten zur Vorsorge – So geht’s Schritt für Schritt</a></li><li class=""><a href="#tve-jump-1968bcaf67d" jump-animation="smooth" class="tve-jump-scroll" style="outline: none;">Warum das Praxis-Testament auch für Sie selbst wichtig ist</a></li><li class=""><a href="#tve-jump-1968bccd0be" jump-animation="smooth" class="tve-jump-scroll" style="outline: none;">Zusammenfassung &amp; Impuls zur Umsetzung</a></li><li class=""><a href="#tve-jump-1968bcebcb6" jump-animation="smooth" class="tve-jump-scroll" style="outline: none;">Das Praxisköfferchen im StarterKit</a></li></ol></div><div class="thrv_wrapper thrv-divider" data-style-d="tve_sep-1" data-thickness-d="45" data-color-d="rgb(255, 255, 255)" data-gradient-d="linear-gradient(90deg, rgb(66, 66, 66) 0%, rgb(0, 0, 0) 100%)" data-css="tve-u-1968bbc676a" id="tve-jump-1968bbcd265">
	<hr class="tve_sep tve_sep-1" style="">
</div><div class="thrv_wrapper thrv_text_element" id=""><h2 class="">1. Was ist ein Praxis-Testament – und warum brauchen Sie eines?</h2><p>Ein Praxis-Testament ist kein juristisches Testament. Und auch keine Patientenverfügung. Es ist ein einfach ein Dokument, das regelt, was mit Ihrer Praxis passiert, wenn Sie plötzlich nicht mehr selbst handeln können – sei es durch Unfall, Krankheit oder Tod.</p><p>Es geht darum, Verantwortung zu übernehmen und eine schwierige Situation ein bisschen leichter zu machen: Für Ihre Patient*innen. Für Ihre Angehörigen. Und auch für sich selbst. Denn zu wissen, dass jemand im Notfall den Überblick hat, kann sehr beruhigend sein.</p><p>Ohne Praxis-Testament:</p><ul class=""><li>wissen Angehörige nicht, was zu tun ist,</li><li>laufen Fristen der Kassenärztlichen Vereinigung (z.B. zur Nachbesetzung des Sitzes) vielleicht ab,</li><li>laufen Versicherungen, Abschlagszahlungen (die vielleicht zurückgezahlt werden müssen) vielleicht weiter,</li><li>wissen Patient*innen nicht, was los ist und wohin sie sich wenden sollen,</li><li>werden noch offen stehende Rechnungen vielleicht nicht gestellt,</li><li>entstehen schnell finanzielle Probleme – weil niemand Zugriff auf Konten, Verträge oder Praxissoftware hat.</li></ul><p>Ein Praxis-Testament ist dafür da, solche Situationen möglichst zu verhindern. Denn schon wenn man in Ruhe über all das nachdenkt, braucht es oft eine Weile, bis man alles im Blick hat. Kaum möglich, wenn man in Stress oder Trauer ist.</p></div><div class="thrv_wrapper thrv-divider" data-style-d="tve_sep-1" data-thickness-d="43" data-color-d="rgb(255, 255, 255)" data-gradient-d="linear-gradient(90deg, rgb(66, 66, 66) 0%, rgb(0, 0, 0) 100%)" data-css="tve-u-1968bc21a18" id="tve-jump-1968bc27fcb">
	<hr class="tve_sep tve_sep-1" style="">
</div><div class="thrv_wrapper thrv_text_element"><h2 class="">2. Was gehört in ein gutes Praxis-Testament?</h2><p>Ein gutes Praxis-Testament muss nicht lang sein. Aber es sollte klar, vollständig und im Notfall schnell auffindbar sein – idealerweise in Papierform und zudem digital gespeichert. Wichtig ist: Es hilft nur, wenn die richtigen Menschen wissen, dass es existiert und wo es zu finden ist.</p><p>Das sollte auf jeden Fall drinstehen:</p><ul class=""><li><strong>Wer darf handeln?</strong><br>Benennen Sie eine Person Ihres Vertrauens, die im Notfall für Sie handeln darf – mit schriftlicher Vollmacht.</li><li><strong>Was passiert mit dem Kassensitz?</strong><br>Wer nimmt Kontakt mit der Kassenärztlichen Vereinigung auf? Welche Fristen gelten? Was muss organisiert werden? Gibt es einen Wunsch für eine*n Nachfolger*in (nicht jede KV berücksichtigt das, aber vielleicht ja schon). Hilfreich sind auch &nbsp;konkrete Ansprechpersonen mit Telefonnummer oder Mail-Adresse. Denn in solchen Situationen ist man froh, wenn man nicht lange wühlen (und nicht lange nachdenken) muss.</li><li><strong>Patient*innen informieren</strong><br>Wer übernimmt die Kommunikation – und wie? Ein vorbereiteter Text kann hier helfen. Und ein Hinweis, wie/wo man die Daten der aktuellen Patient*innen findet (Kalender, Praxis-Software). Achtung: Schweigepflicht beachten (gilt auch über den Tod hinaus). Vielleicht macht es Sinn, ein kleines Skript zu überlegen (was genau soll die Vertrauensperson den Patient*innen wie sagen?).</li><li><strong>Wichtige Zugangsdaten</strong><br>Wo sind Passwörter, Praxissoftware, Cloud-Zugänge, Mails, Zwei-Faktor-Authentifizierungen?</li><li><strong>Versicherungen &amp; Fristen</strong><br>Zum Beispiel haben Lebensversicherungen meist extrem kurzen Meldefristen (oft nur 48 Stunden). Auch hier helfen Namen und direkte Kontakte weiter.</li><li><strong>Konten &amp; Finanzen</strong><br>Gibt es Geschäftskonten, auf die Angehörige keinen Zugriff haben? Was muss dort beachtet werden?<br>Eine kurze Notiz, bei welcher Bank das Konto läuft und wer dort ansprechbar ist, kann den Unterschied machen.</li><li><strong>Weitere Ansprechpersonen</strong><br>Steuerberater*i<em>n, IT-Betreuer*</em>in, Vermieter*<em>in, Kolleg*</em>innen, die informiert werden sollten.<br>Einfach Name, Mail-Adresse, Telefonnummer – das reicht oft schon und ist in Notsituationen nicht so leicht zu finden.</li></ul><p>Hilfreich ist außerdem eine aktuelle Übersicht über laufende Verträge und Abo-Dienste, die im Notfall gekündigt oder überführt werden müssen – von Terminsoftware bis Domain-Anbieter.</p></div><div class="thrv_wrapper thrv-divider" data-style-d="tve_sep-1" data-thickness-d="43" data-color-d="rgb(255, 255, 255)" data-gradient-d="linear-gradient(90deg, rgb(66, 66, 66) 0%, rgb(0, 0, 0) 100%)" data-css="tve-u-1968bc6b817" id="tve-jump-1968bc715e8">
	<hr class="tve_sep tve_sep-1" style="">
</div><div class="thrv_wrapper thrv_text_element"><h2 class="">3. Rechtliche Grundlagen – was sagt die Berufsordnung?</h2><p>Auch wenn der Begriff „Praxis-Testament“ juristisch nicht definiert ist und es keine einheitliche Regelung dafür gibt, liegt es in unserer Verantwortung als Psychologische Psychotherapeut*innen, dafür zu sorgen, dass unsere Praxis im Notfall geordnet weitergeführt oder beendet werden kann.</p><p>Laut § 9 der Musterberufsordnung sind Psychologische Psychotherapeut*innen verpflichtet, für den Fall von Krankheit, Unfall oder Tod rechtzeitig vorzusorgen. Es geht also tatsächlich nicht <em>nur</em> darum, es unseren Lieben im Fall der Fälle leichter zu machen:</p><blockquote class=""><p>„Psychotherapeut*innen haben für eine Vertretung für den Fall ihrer Verhinderung oder zur Beendigung ihrer psychotherapeutischen Tätigkeit Vorsorge zu treffen.“</p></blockquote><p>Das bedeutet ganz konkret:</p><ul class=""><li>Sie müssen regeln, wer Ihre Praxis vorübergehend vertreten oder abwickeln darf.</li><li>Diese Person muss über eine entsprechende Vollmacht verfügen.</li><li>Diese Regelung sollte dokumentiert und im Idealfall mit der Kammer und der Kassenärztlichen Vereinigung abgestimmt sein.</li></ul><p>Besonders relevant wird das bei Kolleg*innen mit Kassenzulassung:</p><ul class=""><li>Stirbt ein*<em>e Vertragspsychotherapeut*i</em>n, muss der Kassensitz innerhalb von sechs Monaten nachbesetzt werden – sonst verfällt er.</li><li>In dieser Zeit können Bevollmächtigte die Praxis übergangsweise weiterführen – aber nur, wenn das vorab geregelt wurde.</li></ul><p>Auch bei einer schweren Erkrankung oder einem Unfall gilt:<br>Ohne klare Vollmacht darf niemand auf Ihre Praxissoftware zugreifen, Patient*innenakten verwalten oder Behandlungsverträge formal beenden. Selbst engste Angehörige sind in diesen Fällen rechtlich außen vor – wenn nichts geregelt wurde.</p><p>Ein Praxis-Testament erfüllt damit nicht nur eine Fürsorgepflicht – sondern auch eine berufsrechtliche.</p></div><div class="thrv_wrapper thrv-divider" data-style-d="tve_sep-1" data-thickness-d="43" data-color-d="rgb(255, 255, 255)" data-gradient-d="linear-gradient(90deg, rgb(66, 66, 66) 0%, rgb(0, 0, 0) 100%)" data-css="tve-u-1968bc8be10" id="tve-jump-1968bc948fd">
	<hr class="tve_sep tve_sep-1" style="">
</div><div class="thrv_wrapper thrv_text_element"><h2 class="">4. In 60 Minuten zur Vorsorge – So geht’s Schritt für Schritt</h2><p>Ein Praxis-Testament muss kein juristisches Großprojekt sein. Es geht nicht darum, alles perfekt zu machen – sondern darum, dass im Notfall jemand schnell und möglichst ohne Hürden handeln kann. Und das lässt sich oft in weniger als einer Stunde gut vorbereiten. Denken Sie dabei auch daran, dass Ihr*e "Praxis-Verwalter*in" vermutlich viel Zeit investieren muss und ob Sie das vergüten möchten - und wenn ja, wie.&nbsp;</p><p><strong>1. Entscheiden Sie, wer im Notfall für Sie handeln darf.</strong><br>Diese Person sollte Ihr Vertrauen haben und bereit sein, Verantwortung zu übernehmen. Dazu gehört auch eine schriftliche Vollmacht, am besten von beiden unterzeichnet. Für viele organisatorische Aufgaben reicht sie aus. Für sensible Bereiche kann eine notarielle Version sinnvoll sein.</p><p><strong>2. Legen Sie fest, was mit dem Kassensitz passieren soll.</strong><br>Kontakt zur KV, Nachbesetzung, Fristen – je konkreter, desto besser.</p><p><strong>3. Sammeln Sie alle wichtigen Informationen an einem Ort.</strong><br>Zugangsdaten, Verträge, Versicherungen, Kontakte.</p><p><strong>4. Schreiben Sie einen kurzen Text für Ihre Patient*innen.</strong><br>So bleibt der Umgang mit ihnen auch im Notfall in Ihrer Sprache und Haltung. Der Text könnte als Brief an Ihre Patient*innen geschickt werden. Und/oder schreiben Sie auf, wie ein persönlicher Kontakt ablaufen soll (kurze telefonische Nachricht, dass der Termin ausfällt mit Bitte um Rückruf/Angebot eines Termins in der Praxis, die Nachricht nicht auf AB hinterlassen, z.B.).</p><p><strong>5. Halten Sie wichtige Ansprechpersonen fest.</strong><br>Steuerberater*<em>in, IT-Betreuer*</em>in, Vermieter*<em>in, Kolleg*</em>innen – mit Kontaktdaten.</p><p><strong>6. Speichern und hinterlegen Sie das Dokument.</strong><br>Informieren Sie Ihre Vertrauensperson, wo es zu finden ist.</p><p>Tipp: Blocken Sie sich einen festen Termin im Kalender – zum Beispiel nächste Woche, für 60 Minuten. Das reicht oft schon, um den ersten Entwurf zu erstellen. Und planen Sie einmal im Jahr einen kurzen Check: Hat sich etwas geändert?</p><p>Ein Praxis-Testament zu erstellen, fühlt sich vielleicht im ersten Moment schwer an. Aber sobald es da ist, wirkt es fast immer entlastend – auch für Sie selbst. Es macht das Unkontrollierbare ein kleines Stück planbarer.</p></div><div class="thrv_wrapper thrv-divider" data-style-d="tve_sep-1" data-thickness-d="43" data-color-d="rgb(255, 255, 255)" data-gradient-d="linear-gradient(90deg, rgb(66, 66, 66) 0%, rgb(0, 0, 0) 100%)" data-css="tve-u-1968bca6db3" id="tve-jump-1968bcaf67d">
	<hr class="tve_sep tve_sep-1" style="">
</div><div class="thrv_wrapper thrv_text_element"><h2 class="">5. Warum das Praxis-Testament auch für Sie selbst wichtig ist</h2><p>Ein Praxis-Testament schützt andere – aber es wirkt auch für Sie selbst. Drei Gründe dafür:</p><ul class=""><li><strong>Weniger mentale Last</strong></li><li><strong>Haltung von Selbstfürsorge leben</strong></li><li><strong>Die Praxis ernst nehmen</strong></li></ul></div><div class="thrv_wrapper thrv-divider" data-style-d="tve_sep-1" data-thickness-d="42" data-color-d="rgb(255, 255, 255)" data-gradient-d="linear-gradient(90deg, rgb(66, 66, 66) 0%, rgb(0, 0, 0) 100%)" data-css="tve-u-1968bcc6204" id="tve-jump-1968bccd0be">
	<hr class="tve_sep tve_sep-1" style="">
</div><div class="thrv_wrapper thrv_text_element"><h2 class="">6. Zusammenfassung &amp; Impuls zur Umsetzung</h2><p>Ein Praxis-Testament ist kein großes Projekt – aber es hat große Wirkung.</p><p>Es schützt Ihre Patient*innen,<em>&nbsp;</em>Ihre Angehörigen<em>, </em>Ihre Kolleg*innen – und auch Sie selbst.<br>Es schafft Klarheit in einer Situation, die sowieso schon von Unsicherheit, Druck und Überforderung geprägt ist.<br>Und es hilft, Ihrer Praxis den Raum und die Fürsorge zu geben, die sie verdient – auch im Notfall.</p><p>Vielleicht nehmen Sie sich in den nächsten Tagen einfach eine Stunde Zeit.<br>Oder blocken sich direkt jetzt einen Termin im Kalender.</p><p>Denn wie Lisa mir sagte:</p><blockquote class=""><p>„Wenn es einfach nur eine Seite gegeben hätte, auf der alles gestanden hätte – das hätte so viel verändert.“</p></blockquote></div><div class="thrv_wrapper thrv-divider" data-style-d="tve_sep-1" data-thickness-d="43" data-color-d="rgb(255, 255, 255)" data-gradient-d="linear-gradient(90deg, rgb(66, 66, 66) 0%, rgb(0, 0, 0) 100%)" data-css="tve-u-1968bce3681" id="tve-jump-1968bcebcb6">
	<hr class="tve_sep tve_sep-1" style="">
</div><div class="thrv_wrapper thrv_text_element"><h2 class="">Das Praxisköfferchen im StarterKit</h2><p>Natürlich können Sie sich auch einfach an diesem Blogpost orientieren. Aber wenn Sie es noch ein bisschen klarer und einfacher möchten:<br>Im Bonus-Modul „Praxis-Köfferchen“ meines eKurses StarterKit finden Sie meine eigene Vorlage für ein Praxis-Testament – so, wie ich sie auch selbst nutze. Sie können sie direkt übernehmen, anpassen und ausfüllen – ohne alles selbst strukturieren zu müssen.</p><p>Sie finden dort auch viele andere Vorlagen, die ich im Lauf der Jahre gesammelt und zusammengestellt habe – und die ich Ihnen als Bonus zur Verfügung stelle.</p><p><img src="https://s.w.org/images/core/emoji/17.0.2/72x72/1f449.png" alt="👉" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" /> <a href="https://kurse.claudiafrey.de/infos_starterkit/" class="" style="outline: none;" target="_blank" rel="noopener">Hier geht’s zum StarterKit</a></p></div></div>
</div><div class="tcb_flag" style="display: none"></div>
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			</item>
		<item>
		<title>Kann (darf) Psychotherapie politisch sein?</title>
		<link>https://eigene-praxis.claudiafrey.de/psychotherapie-und-politik/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Claudia Frey]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 27 Feb 2025 12:58:42 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Selbstmanagement]]></category>
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					<description><![CDATA[Oder: Was Psychotherapie in politisch schwierigen Zeiten leisten kannPsychotherapie hat nicht die Aufgabe, politische Meinungen zu beeinflussen oder persönliche Überzeugungen zu vermitteln. Das wäre übergriffig und unethisch. Dennoch bewegen sich unsere Patient*innen – und wir selbst – nicht in einem luftleeren Raum.&#160;Gesellschaftliche Krisen – und ihre psychischen FolgenKrieg, die Klimakrise, Inflation, gesellschaftliche Spaltung – viele [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div class="thrv_wrapper thrv_text_element"><h2 class=""><em>Oder: Was Psychotherapie in politisch schwierigen Zeiten leisten kann</em></h2><p>Psychotherapie hat nicht die Aufgabe, politische Meinungen zu beeinflussen oder persönliche Überzeugungen zu vermitteln. Das wäre übergriffig und unethisch. Dennoch bewegen sich unsere Patient*innen – und wir selbst – nicht in einem luftleeren Raum.</p><p><br></p><h3 class=""><strong>Gesellschaftliche Krisen – und ihre psychischen Folgen</strong></h3><p>Krieg, die Klimakrise, Inflation, gesellschaftliche Spaltung – viele erleben diese Themen nicht nur über die Medien, sondern spüren ihre direkten Auswirkungen. Existenzen stehen auf dem Spiel, Ängste wachsen, Unsicherheit nimmt zu.</p><p>Selbstverständlich bringen unsere Patient*innen diese Sorgen mit in die Therapie. Es sind keine dann oft keine abstrakten Diskussionen, sondern existenzielle Fragen: Wie geht man mit größer werdenden Unsicherheiten und Ängsten um? Wie damit, wenn sich die Behandlung durch z.B. ein Amt oder eine*n Ärzt*in sich ungerecht anfühlt und total hilflos macht?</p><p><br></p><h3 class=""><strong>Auch wir Therapeut*innen sind betroffen</strong></h3><p>Wir Therapeut*innen sind dabei natürlich auch nicht außen vor, wir sind ja genauso Teil der Gesellschaft. Auch wenn unsere Lebensumstände natürlich oft andere sind als die unserer Patient*innen - mich selbst belastet z.B. die aktuelle politische Situation durchaus. Aber natürlich, ich habe das Privileg, mich regelmäßige mit Kolleg*innen auszutauschen und/ oder Supervision und Intervision in Anspruch zu nehmen. Mich mit <a href="https://eigene-praxis.claudiafrey.de/selbstfuersorge-fur-psychotherapeutinnen/" target="_blank">Selbstfürsorge</a> zu beschäftigen. Das alles hilft mir, meinen eigenen Umgang damit zu finden und meine Möglichkeiten zu klären. Ich finde das wichtig. Denn nur wenn wir uns selbst gut regulieren können, sind wir in der Lage, unsere Patient*innen gut zu unterstützen.</p><p><br></p><h2 class=""><strong>Was Psychotherapie leisten kann</strong></h2><p>Natürlich kann und will Psychotherapie nicht die politische Situation verändern. Aber wir können unseren Patient*innen durchaus helfen, damit besser umzugehen, ihren eigenen Weg damit zu finden, indem wir mit ihnen gemeinsam<br><img src="https://s.w.org/images/core/emoji/17.0.2/72x72/2705.png" alt="✅" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" /> Gedanken sortieren,<br><img src="https://s.w.org/images/core/emoji/17.0.2/72x72/2705.png" alt="✅" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" /> Emotionen einordnen,<br><img src="https://s.w.org/images/core/emoji/17.0.2/72x72/2705.png" alt="✅" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" /> neue Perspektiven entwickeln,<br><img src="https://s.w.org/images/core/emoji/17.0.2/72x72/2705.png" alt="✅" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" /> benötigte Ressourcen aufbauen<br><img src="https://s.w.org/images/core/emoji/17.0.2/72x72/2705.png" alt="✅" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" /> erlittenes Unrecht so zu verarbeiten, dass man gestärkt und nicht verbittert wird (Riesenhoffnung!)</p><p>Das wichtigste scheint mir: Handlungsfähig zu bleiben oder werden (wir und unsere Patient*innen!). Sich nicht von der Situation lähmen lassen, sondern einen Weg finden, mit ihr umzugehen.</p><p><br></p><h2 class=""><strong>Warum das so wichtig ist</strong></h2><p>Ich bin überzeugt: <strong>Menschen, die sich sicher fühlen und Kontrolle über ihr Leben empfinden, sind weniger anfällig für politische Extreme.</strong> Auch deshalb ist Psychotherapie heute wichtiger denn je. Denn Politik ist nicht nur ein Thema für Nachrichten – ihre Auswirkungen spüren wir alle:</p><p><img src="https://s.w.org/images/core/emoji/17.0.2/72x72/1f300.png" alt="🌀" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" /> <strong>Ohnmacht &amp; Kontrollverlust</strong><br>Viele Menschen fühlen sich ausgeliefert, nicht gehört.</p><p><img src="https://s.w.org/images/core/emoji/17.0.2/72x72/1f525.png" alt="🔥" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" /> <strong>Angst</strong><br>Wer sich bedroht fühlt, sucht Halt – ein zutiefst menschlicher Reflex. Doch Angst macht uns anfälliger für scheinbar einfache Lösungen.</p><p><img src="https://s.w.org/images/core/emoji/17.0.2/72x72/1f4a1.png" alt="💡" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" /> <strong>Gesellschaftlicher Stress</strong><br>Spaltungen verlaufen nicht nur durch den Bundestag, sondern auch durch Familien, Freundeskreise und Nachbarschaften. Sie machen viele noch einsamer, als sie es ohnehin schon waren. Extreme Strömungen versprechen Gemeinschaft – und werden dadurch für viele <em>noch </em>attraktiver.</p><p><br></p><h2 class=""><strong>Psychische Stabilität schützt</strong></h2><p>Psychotherapie kann die Welt nicht verändern. Aber sie kann Menschen stärken. <strong>Psychische Stabilität schützt – vor Angst, vor Hass, vor Manipulation.</strong></p><p>Nebenbei: Wer psychisch stabil ist, hat oft auch wirtschaftlich bessere Chancen. Und ist damit auch auf dieser Ebene weniger anfällig für extreme Versprechungen.</p><p><br></p><p><img src="https://s.w.org/images/core/emoji/17.0.2/72x72/1f4e9.png" alt="📩" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" /> Hätten Sie gerne Unterstützung in Ihrer eigenen Psychotherapeutischen Praxis? <a href="https://eigene-praxis.claudiafrey.de/mit-mir-arbeiten/" target="_blank">Hier</a> finden Sie Möglichkeiten, mit mir zu arbeiten.&nbsp;</p><p>#Psychotherapie #MentaleGesundheit #GesellschaftlicherZusammenhalt #Resilienz #eigenePraxis</p></div><div class="tcb_flag" style="display: none"></div>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Drei Dinge, die erfolgreiche Praxisinhaber*innen anders machen</title>
		<link>https://eigene-praxis.claudiafrey.de/erfolgreiche-praxisinhaberinnen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Claudia Frey]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 06 Feb 2025 17:14:16 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Praxisführung]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://eigene-praxis.claudiafrey.de/?p=2816</guid>

					<description><![CDATA[Eine eigene Praxis zu führen, ist nicht schwer. Eine eigene Praxis zu führen, ohne sich dabei ständig aufzureiben – das ist eine ganz andere Sache. Sozusagen die wahre Herausforderung.&#160;Denn auch wenn Sie am Anfang denken, dass sich das irgendwann ändert: Die To-do-Liste wird nie leer. Patient*innen sind immer da. Verwaltung und Orga fressen mehr Zeit, [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div class="thrv_wrapper thrv_text_element"><p>Eine eigene Praxis zu führen, ist nicht schwer. Eine eigene Praxis zu führen, <strong>ohne sich dabei ständig aufzureiben</strong> – <em>das</em> ist eine ganz andere Sache. Sozusagen die wahre Herausforderung.</p><p>Denn auch wenn Sie am Anfang denken, dass sich das irgendwann ändert: Die To-do-Liste wird nie leer. Patient*innen sind immer da. Verwaltung und Orga fressen mehr Zeit, als einem lieb ist. Immer.</p><p>Und doch gibt es Kolleg*innen, die ihren Praxisalltag spürbar entspannter meistern als andere. Die genug verdienen, ohne 40+ Stunden pro Woche zu arbeiten. Die sich Pausen nehmen, ohne dass sofort Existenzängste hochkommen.</p><p>Was machen sie anders?</p><p>Hier sind drei zentrale Unterschiede im Denken und Handeln, die dafür sorgen, dass die Praxis läuft – <strong>ohne dass sie einen auffrisst </strong>(nebenbei: Die Therapien laufen dann auch besser! Erfahrungswert <img src="https://s.w.org/images/core/emoji/17.0.2/72x72/1f913.png" alt="🤓" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" />).</p><p><br></p><h2 class="" style="" data-css="tve-u-194dc4fc207">1. Erfolgreiche Praxisinhaber*innen denken langfristig über Geld – nicht nur von Monat zu Monat</h2><p>Viele Praxisinhaber*innen haben unterschwellig das Gefühl: <strong>„Ich kann mir keine Pause leisten.“</strong> Denn jede Stunde, die nicht gearbeitet wird, bedeutet verlorenes Einkommen.</p><p>Doch genau dieses Denken sorgt für den ewigen Druck, immer <strong>mehr</strong> zu arbeiten – anstatt klug zu planen.</p><p><img src="https://s.w.org/images/core/emoji/17.0.2/72x72/1f539.png" alt="🔹" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" /> <strong>Was erfolgreiche Praxisinhaber*innen anders machen:</strong> Sie berechnen ihr Jahreseinkommen so, dass Urlaubszeiten und Krankheitsausfälle von Anfang an mit einkalkuliert sind. Sie sehen Pausen nicht als Verdienstausfall, sondern als Teil eines nachhaltigen Businessplans.</p><p><img src="https://s.w.org/images/core/emoji/17.0.2/72x72/1f449.png" alt="👉" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" /> <strong>Mindset-Shift:</strong> Nicht „Ich muss jeden Monat genug verdienen“, sondern „Ich plane mein Jahr so, dass Pausen ganz selbstverständlich drin sind.“</p><p><br></p><h2 class=""><span style="font-size: 22px !important;" data-css="tve-u-194dc4fed51">2. Erfolgreiche Praxisinhaber*innen&nbsp;</span><span style="font-size: 22px !important;" data-css="tve-u-194dc4fed52">versuchen nicht, einfach nur „besser organisiert“ zu sein</span></h2><p>Wer kennt das nicht? Der Schreibtisch voller Unterlagen, das E-Mail-Postfach explodiert, und der Gedanke: <strong>„Ich muss mich einfach besser organisieren.“</strong></p><p>Aber die Wahrheit ist: <strong>Organisation allein bringt nichts, wenn die Prioritäten nicht klar sind.</strong></p><p><img src="https://s.w.org/images/core/emoji/17.0.2/72x72/1f539.png" alt="🔹" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" /> <strong>Was erfolgreiche Inhaber*innen anders machen:</strong> Sie fragen sich nicht nur „Wie kann ich das noch effizienter machen?“, sondern auch:</p><ul class=""><li><strong>Muss ich das überhaupt selbst tun?</strong></li><li><strong>Welche Priorität hat das wirklich?</strong></li><li><strong>Was passiert, wenn ich es einfach mal ein paar Tage liegen lasse?</strong></li></ul><p><img src="https://s.w.org/images/core/emoji/17.0.2/72x72/1f449.png" alt="👉" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" /> <strong>Mindset-Shift:</strong> Nicht „Ich brauche ein besseres System“, sondern „Ich darf mich von der Illusion verabschieden, dass jemals alles erledigt sein wird.“</p><p>Zusätzlich überlegen sie sich, <strong>was sie abgeben können.</strong> Ein Telefonservice kostet Geld – aber es bedeutet auch, dass sie nicht ständig Anrufe unterbrechen. Eine Reinigungskraft nimmt ihnen Arbeit ab, die sie sonst nach Feierabend erledigen müssten. Und ganz ehrlich: Wenn Sie Ihren möglichen Stundensatz mit dem einer Hilfsperson vergleichen, ist es oft komplett sinnlos, <em>nicht</em> ein paar mehr Dinge auszulagern.</p><p><strong>Fazit:</strong> Man muss nicht alles selbst tun – und sollte es oft auch nicht.</p><p><br></p><h2 class="" data-css="tve-u-194dc503db2" style="">3. Erfolgreiche Praxisinhaber*innen hinterfragen regelmäßig ihr Zeit-Investment</h2><p>Der Kalender ist voll. Kein Platz für neue Patient*innen. Jeder Tag scheint durchgetaktet. Und doch bleibt oft das Gefühl: <strong>„Ich arbeite viel, aber irgendwie komme ich nicht mit allem durch.“</strong></p><p><img src="https://s.w.org/images/core/emoji/17.0.2/72x72/1f539.png" alt="🔹" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" /> <strong>Was erfolgreiche Praxisinhaber*innen anders machen:</strong> Sie nehmen sich bewusst Zeit, um zu analysieren, wo ihre Arbeitszeit wirklich hingeht – und ob sie an den richtigen Stellen investieren.</p><p>Ein typischer Aha-Moment: <strong>Nicht die Therapiezeit frisst die meiste Energie, sondern all das Drumherum.</strong> Verwaltung, Berichte, Anfragen – oft mehr als gedacht.</p><p><img src="https://s.w.org/images/core/emoji/17.0.2/72x72/1f449.png" alt="👉" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" /> <strong>Mindset-Shift:</strong> Nicht „Ich muss mehr Patient*innen aufnehmen, um besser zu verdienen“, sondern „Ich schaue genau hin, welche Tätigkeiten mir wirklich etwas bringen – finanziell und persönlich. Und entscheide dann aganz bewußt"</p><p>Ein einfacher erster Schritt? Eine ehrliche Analyse der eigenen Arbeitszeit. <strong>Wo geht Ihre Zeit wirklich hin? Und wie könnte sie sich klüger einsetzen lassen?</strong></p><p><br></p><h2 class="">Ihr Praxisalltag fühlt sich oft zu voll an? Dann schauen Sie mal genauer hin.</h2><p>Wenn Sie das Gefühl haben, dass Ihre Praxis <strong>zu viel Zeit frisst</strong>, könnte ein genauer Blick auf Ihr Arbeitszeit-Investment helfen.</p><p>In meinem eKurs&nbsp;<a href="https://kurse.claudiafrey.de/e-kurse/anmeldung-a-g-a/" target="_blank" class="" style="outline: none;" rel="noopener"><strong>Arbeitszeit-Gewinnanalyse</strong></a> schauen wir gemeinsam, wie Sie Ihr Praxisjahr so planen, dass es für Ihre Bedürfnisse passt. So dass Sie Ihre Freizeit entspannt genießen können, auch wenn nicht alles perfekt abgearbeitet ist. &nbsp;</p><p><img src="https://s.w.org/images/core/emoji/17.0.2/72x72/1f449.png" alt="👉" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" /> <strong>Hier erfahren Sie mehr über die </strong><a href="https://kurse.claudiafrey.de/e-kurse/anmeldung-a-g-a/" target="_blank" rel="noopener"><strong>Arbeitszeit-Gewinnanalyse.</strong></a>&nbsp;</p><p>Und jetzt bin ich neugierig: Welcher dieser drei Punkte trifft bei Ihnen am meisten ins Schwarze? Lassen Sie es mich gerne wissen! <img src="https://s.w.org/images/core/emoji/17.0.2/72x72/1f60a.png" alt="😊" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" /></p></div><div class="tcb_flag" style="display: none"></div>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Einfach perfekt unperfekt: Was macht eine*n guten Psychotherapeut*in aus?</title>
		<link>https://eigene-praxis.claudiafrey.de/einfach-perfekt-unperfekt/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Claudia Frey]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 12 Dec 2024 15:46:27 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Selbstmanagement]]></category>
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					<description><![CDATA[Wie perfekt müssen wir als Psychotherapeut*innen eigentlich sein? [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div class="thrv_wrapper thrv_text_element"><h2 dir="ltr" class="">Wie perfekt müssen wir als Psychotherapeut*innen eigentlich sein?</h2></div> [&#8230;]]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
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		<title>Selbstfürsorge für Psychotherapeut*innen</title>
		<link>https://eigene-praxis.claudiafrey.de/selbstfuersorge-fur-psychotherapeutinnen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Claudia Frey]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 10 Nov 2024 11:56:09 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Selbstmanagement]]></category>
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					<description><![CDATA[Interessante Zeiten sind das grade. Ganz ohne Zweifel. &#160;Und mittendrin: Wir alle. Mit unserem persönlichen und beruflichen Leben und allem, was daran ja auch nicht immer unkompliziert ist. Als Psychotherapeut*innen haben wir mit der Kompliziertheit, der Schwere, der Vielschichtigkeit und der Bedrohlichkeit der Geschehnisse ja eigentlich immer doppelt zu tun. Bei unseren Patient*innen - und [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div class="thrv_wrapper thrv_text_element">	<p><span dir="ltr">Interessante Zeiten sind das grade. Ganz ohne Zweifel. </span></p><p><span dir="ltr">Und mittendrin: Wir alle. Mit unserem persönlichen und beruflichen Leben und allem, was daran ja auch nicht immer unkompliziert ist. <br><br>Als Psychotherapeut*innen haben wir mit der Kompliziertheit, der Schwere, der Vielschichtigkeit und der Bedrohlichkeit der Geschehnisse ja eigentlich immer doppelt zu tun. Bei unseren Patient*innen - und bei uns selbst. <br><br>Was machen wir damit, wie gehen wir mit der derzeit geballten Unsicherheit, dem Stress, der Angst um? <br><br>Natürlich gibt es darauf keine schnelle und einfache Antwort. Aber wir als Psychotherapeut*innen beschäftigen uns quasi hauptberuflich (auch) damit, Wege zu eröffnen. Im Einzelfall, in spezifischen Situationen und Konstellationen. Versuchen, gemeinsam Lösungen zu finden, die wieder offener machen, wieder mehr innere Freiheit ermöglichen. Stress und Ängste abbauen, Symptome verringern (oft zum Verschwinden bringen). Mit den Werkzeugen, Tools, Möglichkeiten unserer jeweiligen therapeutischen Ausrichtungen und Methoden. In der Sicherheit des Therapieraums und der therapeutischen Beziehung.<br><br>Ich glaube, dass unser Beruf, das was wir täglich tun, wichtiger ist denn je. Auch weil Stress, Ängste und Verunsicherung etc. meistens keine gute Grundlage für bestmögliche Entscheidungen bieten. Nicht auf individueller Ebene, aber auch nicht gesellschaftlich.<br><br>Aber damit wir Psychotherapie wirksam ausüben können, müssen wir selbst möglichst stabil, stark und flexibel sein. Und das fällt für die meisten von uns nicht vom Himmel. Wir müssen uns (auch) um uns selbst kümmern. <br><br>Selbstfürsorge (wie immer sie ganz genau aussehen mag) ist nicht "nice to have", sondern zentral. Grade in herausfordernden Phasen. Weil unsere Stabilität eben die Basis dafür ist, dass wir überhaupt gut für andere da sein können, psychotherapeutisch wirksam sein können. <br></span></p></div><div class="tcb_flag" style="display: none"></div>
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		<title>Selbstständig und krank? So sichern Sie sich mit Ihrer eigenen Praxis ab</title>
		<link>https://eigene-praxis.claudiafrey.de/selbststandig-und-krank/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Claudia Frey]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 24 Oct 2024 18:12:36 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Finanzen]]></category>
		<category><![CDATA[Praxisführung]]></category>
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					<description><![CDATA[Die eigene Praxis und dann krank sein - besser nicht (oder?)!Eine Schniefnase am Morgen, die geht erfahrungsgemäß im Laufe des Vormittags weg, unterstützt von viel Tee und Zitrusfrüchten. Und natürlich, zum Schutz der Patient*innen trägt man eine Maske in den Sitzungen. So weit so gut. [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div class="thrv_wrapper thrv_text_element"><h2 class="">Die eigene Praxis und dann krank sein - besser nicht (oder?)!</h2><p>Eine Schniefnase am Morgen, die geht erfahrungsgemäß im Laufe des Vormittags weg, unterstützt von viel Tee und Zitrusfrüchten. Und natürlich, zum Schutz der Patient*innen trägt man eine Maske in den Sitzungen. So weit so gut.</p></div> [&#8230;]]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Die richtige Zielgruppe finden</title>
		<link>https://eigene-praxis.claudiafrey.de/die-richtige-zielgruppe/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Claudia Frey]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 12 Sep 2024 13:39:19 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Praxisführung]]></category>
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					<description><![CDATA[So füllen Sie Ihre Praxis mit Patient*innen, die zu Ihnen passenEigentlich ist es traurig: Sie brauchen nämlich keine Zielgruppe. Und kein Marketing. Denn der Bedarf an Psychotherapie ist derzeit dermaßen hoch, dass Ihre Praxis auch dann innerhalb kürzester Zeit ausgebucht wäre, wenn Sie weder Werbung machen, noch ein*e besonders geniale*r Therapeut*in sind (was ich natürlich [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div class="thrv_wrapper thrv_text_element"><h2 dir="ltr" class="">So füllen Sie Ihre Praxis mit Patient*innen, die zu Ihnen passen</h2><p dir="ltr">Eigentlich ist es traurig:</p></div><div class="thrv_wrapper thrv_contentbox_shortcode thrv-content-box tve-elem-default-pad">
	<div class="tve-content-box-background"></div>
	<div class="tve-cb"><div class="thrv_wrapper thrv_text_element"><p dir="ltr">Sie brauchen nämlich keine Zielgruppe. Und kein Marketing. Denn der Bedarf an Psychotherapie ist derzeit dermaßen hoch, dass Ihre Praxis auch dann innerhalb kürzester Zeit ausgebucht wäre, wenn Sie weder Werbung machen, noch ein*e besonders geniale*r Therapeut*in sind (was ich natürlich nicht unterstellen will).&nbsp;</p></div></div>
</div><div class="thrv_wrapper thrv_text_element"><p dir="ltr">Und auch wenn bei der Gründung einer eigenen Praxis große Summen im Spiel sind und das Angst machen kann, bin ich sicher, dass alles gut gehen wird. &nbsp;</p><p dir="ltr"><strong>Ich habe nicht die geringsten Zweifel, dass Sie innerhalb kürzester Zeit ausgebucht sind. </strong></p><ul class=""><li dir="ltr">In zwei oder drei Jahren oder spätestens in fünf werden sich die Investitionen auszahlen.</li><li dir="ltr">Ein paar Anrufe bei Hausärzt*innen und Ihr Terminkalender wird voll sein,</li><li dir="ltr">unabhängig von Ihrem Praxis-Schwerpunkt (auch wenn Sie keinen haben) und der Lage Ihrer Praxis.</li></ul><p>ABER: Sind das auch genau die Patient*innen, mit denen Sie die nächsten Monate und vielleicht sogar Jahre viel Zeit verbringen möchten? Die bei Ihnen das Gefühl aktivieren, dass Sie am richtigen Platz sind und wirklich gut helfen können? Oder deren Behandlung sich spannend anfühlt, so dass Sie sich gerne diesbezüglich fortbilden und weiterentwickeln möchten? Wenn ja: Dann wären <em>das</em> die Patient*innen, die ich hier "Zielgruppe" nenne.</p><h2 dir="ltr" class=""><br></h2><h2 dir="ltr" class="">Win-Win-Situation bei der Therapieplatz-Vergabe</h2><p dir="ltr">Manchmal weiß man am Anfang nicht, mit wem man am Besten zusammen arbeitet, wem man am besten helfen kann. Mit wem die Zusammenarbeit besonders viel Spaß macht. Außerdem kann sich das über die Zeit auch ändern.</p><p dir="ltr">Ich habe z.B. eine Zeitlang viel mit Angstpatient*innen gearbeitet. Das macht mir immer noch Spaß, aber irgendwann hat sich mein Schwerpunkt Richtung Traumatherapie verschoben, weil ich mich da noch selbsteffizienter und auf positive Weise gefordert fühle.&nbsp;</p><p dir="ltr">Es ist mit einer der Vorteile unseres Berufs, finde ich, dass er so vielfältig ist und wir auch immer wieder unseren Schwerpunkt ändern können, wenn wir möchten.</p><p dir="ltr">Selbstverständlich kann man auch verschiedene Schwerpunkte haben und es ist genauso legitim, gar keinen zu haben und quasi als Generalist*in unterwegs zu sein. Ich denke aber, dass es Sinn macht, gerade am Anfang der psychotherapeutischen Tätigkeit sehr genau darauf zu achten, wie man sich nach den einzelnen Therapiestunden fühlt. Und sich dahin zu entwickeln, wo es sich gut anfühlt (= selbstwirksam, spannend, bedeutend).</p><p dir="ltr"><br></p><h2 dir="ltr" class="">Das Prinzip der Patient*innen-Passung (und warum das so wichtig ist)</h2><p dir="ltr">Denn erfahrungsgemäß gibt es für jede*n von uns "<strong>Energievampire"</strong>.&nbsp;</p><p dir="ltr">Das sind Patient*innen, die uns viel Kraft rauben. Nicht unwahrscheinlich, dass eine ein*e Kolleg*in sehr gut mit <em>genau dieser</em> Person wunderbar umgehen und sie optimal behandeln kann.&nbsp;</p><p dir="ltr">Ich selbst habe z.B.&nbsp; immer gerne mit Patient*innen gearbeitet, die eine Borderline-Diagnose hatten. Das ist ein Störungsbild, das für viele Kolleg*innen schwer zu behandeln wirkt und manchmal sogar beängstigend sein kann. Für mich war es das nie, ich fand immer, dass das meine leichtesten Therapien waren (und oft auch die erfolgreichsten).</p><p dir="ltr">Hätte ich nicht andere Patient*innen weitergeschickt, mit denen ich intuitiv <em>nicht </em>so einen guten Draht habe (und die "objektiv" vielleicht an einer "leichteren" Störung litten), hätte ich keine Plätze für “meine” Borderliner*innen gehabt. <strong>Und dann hätten dann weniger Menschen einen für sie wirklich passenden, hilfreichen Therapieplatz gehabt.</strong> Denn die, die ich weg geschickt habe, hätte <em>ich</em> nicht optimal behandeln können und die Borderliner*innen hätten womöglich mit jemandem arbeiten müssen, der/die sich dafür nicht gut gerüstet fühlt.</p><p dir="ltr"><br></p><h3 dir="ltr" class="">Mein wichtigster Tipp ist deshalb:</h3><p dir="ltr"><strong>Haben Sie die Klarheit und den Mut, nach den Vorgesprächen tatsächlich nur solchen Patient*innen einen Platz anzubieten, die wirklich gut zu Ihnen passen. Bei denen Sie das Gefühl haben, wirksam sein zu können. Deren Behandlung Ihnen leicht fällt oder Sie auf eine Art fordert, die stimmig ist.</strong></p><p dir="ltr">Denn ein vergebener Therapieplatz ist monate- und manchmal jahrelang vergeben - um nicht zu sagen: Der Platz ist dann für Patient*innen blockiert, denen Sie womöglich viel besser helfen könnten. Mit denen sich die Therapie stimmiger und vielleicht sogar leichter anfühlen würde.</p><p dir="ltr">UND: Nur weil sich eine Behandlung für uns <em>leicht anfühlt und wir sie total gerne machen</em>, heisst es nicht, dass wir es uns (zu)<em>&nbsp;leicht machen. </em>Unsere Arbeit ist wirklich schwer. Es verringert <em>nicht </em>ihre Qualität, wenn es uns dabei gut geht.</p><p dir="ltr"><br></p><h2 dir="ltr" class="">Online und offline präsent sein</h2><p dir="ltr">Auch wenn Sie Werbung vermutlich nicht nötig haben werden, weil Ihr Terminkalender sehr schnell gefüllt sein wird, finde ich es dennoch ratsam, etwas Zeit (und vielleicht auch Geld) in den Aufbau Ihrer Online-Präsenz zu investieren. Sie wissen schon: Auch wegen der Zielgruppe.</p><ul class=""><li dir="ltr">Auf einer schönen und gut gestalteten Website können Sie beschreiben, worin Ihre Behandlungsschwerpunkte liegen und</li><li dir="ltr">Zuweiser*innen können darauf verlinken.</li><li dir="ltr">Und wenn Sie sich ein wenig mit SEO (Suchmaschinenoptimierung) beschäftigen, werden Sie - das ist jedenfalls meine Erfahrung - immer mehr von genau Ihrer "Zielgruppe" gefunden werden.</li><li dir="ltr">Die Gestaltung einer Website hilft übrigens auch dabei, besser und schärfer zu spüren und zu formulieren, was einem wichtig ist.</li></ul><p dir="ltr">Lassen Sie außerdem auch Kolleg*innen, Ärzt*innen in der Umgebung und z.B. Selbsthilfegruppen wissen, was (derzeit) Ihre Behandlungsschwerpunkte sind, mit welchen Patient*innengruppen Sie arbeiten möchten, zB mit einer kurzen Mail, in der Sie Ihr Angebot kurz beschreiben und zur Website verlinken.</p><p dir="ltr">Wenn Sie noch nicht ausgebucht sind, können Sie auch überlegen, wo Ihre Zielgruppe vielleicht zu finden ist, z.B. in Selbsthilfegruppen oder der Volkshochschule. Dort könnten Sie z.B. einen kostenlosen anbieten. Sie werden dadurch</p><ul class=""><li dir="ltr">einiges an Erfahrung gewinnen und werden so auch</li><li dir="ltr">schnell als Expert*in wahrgenommen und können</li><li dir="ltr">sich Ihrer "Zielgruppe" persönlich bekannt machen.</li><li dir="ltr">Und merken, ob es wirklich der richtige Schwerpunkt für Sie ist.</li></ul><p dir="ltr"><br></p><h3 dir="ltr" class="">Reflexionsfragen</h3><p dir="ltr">Wenn Sie sich noch tiefer in dieses Thema einsteigen möchten, habe ich ein paar Fragen für Sie:</p><ol class=""><li dir="ltr">Wenn Sie sich einmal völlig willkürlich die Patient*innen in Ihrer Praxis vorstellen, wer sitzt in Ihrem Wartezimmer? Und was verbindet sie alle?</li><li dir="ltr">Welches Thema fanden Sie besonders spannend während Ihrer Studien- oder Ausbildungszeit?</li><li dir="ltr">Welches Störungsbild brachte bislang die größten Herausforderungen mit sich für Sie als Therapeut*in?</li><li dir="ltr">Wenn Sie an Rückmeldungen von Patient*innen denken, sticht dabei etwas besonders heraus?</li><li dir="ltr">Gibt es Störungsbilder, die besonderes Interesse, vielleicht sogar Feuer in Ihnen entfachen?</li><li dir="ltr">Gibt es einen persönlichen Bezug zu einem bestimmten Themengebiet oder Störungsbild?</li><li dir="ltr">Womit beschäftigen sich Kolleg*innen, die Sie besonders inspirierend finden?</li></ol></div><div class="tcb_flag" style="display: none"></div>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>KI in der Psychotherapie: Was Sie heute wissen sollten und warum es morgen wichtig wird</title>
		<link>https://eigene-praxis.claudiafrey.de/ki-in-der-psychotherapie/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Claudia Frey]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 08 Aug 2024 11:33:36 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Insights]]></category>
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					<description><![CDATA["Es ist erschreckend offensichtlich geworden, dass unsere Technologie unsere Menschlichkeit übertroffen hat." – Albert EinsteinKI wird uns Psychotherapeut*innen nie ersetzen könnenDiesen Satz höre ich oft, wenn ich das Thema KI anschneide. Oder: Als Psychotherapeutin mit einer eigenen Praxis muss ich mich nicht auch noch mit KI beschäftigen. Vielleicht werden noch DiGAs erwähnt (Digitale Gesundheitsanwendungen, die [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div class="thrv_wrapper thrv_text_element"><p dir="ltr" data-css="tve-u-19131b0efd5">"Es ist erschreckend offensichtlich geworden, dass unsere Technologie unsere Menschlichkeit übertroffen hat." <br>– Albert Einstein</p><p dir="ltr"><br></p><h2 dir="ltr" class="">KI wird uns Psychotherapeut*innen nie ersetzen können</h2><p dir="ltr">Diesen Satz höre ich oft, wenn ich das Thema KI anschneide. Oder: Als Psychotherapeutin mit einer eigenen Praxis muss ich mich nicht auch noch mit KI beschäftigen. Vielleicht werden noch DiGAs erwähnt (Digitale Gesundheitsanwendungen, die manchmal eingesetzt werden) – ansonsten scheint die künstliche Intelligenz so gar nichts mit unserer täglichen Arbeit zu tun zu haben. Schließlich kann ChatGPT keine Therapie ersetzen.&nbsp;</p><p dir="ltr">Oder??</p><p dir="ltr"><strong>Ehrlich gesagt glaube ich, dass das so nicht stimmt.&nbsp;</strong></p><p dir="ltr">Und ich möchte hier gerne ein wenig ausloten und Diskussionen darüber anregen, was die zunehmende Rolle der KI für uns als Psychotherapeut*innen bedeutet oder künftig bedeuten kann.</p><p dir="ltr">Übrigens gab es schon 1966 den ersten Chatbot (mit Namen ELIZA). ELIZA sollte tatsächlich Psychotherapiesitzungen simulieren, in der Art der Gesprächspsychotherapie nach Rogers. Der Entwickler von ELIZA (ein Joseph Weizenbaum) schrieb in seiner Auswertung „Some subjects have been very hard to convince that ELIZA ... is not human“. Und das war ein SEHR schlichter Chatbot mit SEHR wenigen Möglichkeiten.</p><p dir="ltr">Es gibt ja inzwischen auch einige literarische oder filmische Auseinandersetzungen mit dem Thema KI, z.B. den deutsche Spielfilm von 2021 “Ich bin dein Mensch”. Und klar, es ist ein Film mit allen Tricks und Kniffen der Filmbranche - und vielleicht bin ich auch leicht zu beeindrucken. Aber es fiel mir nicht schwer, die emotionale Bindung der Hauptperson mit “ihrer” KI nachzuempfinden.&nbsp;</p><p dir="ltr">Was kann die grundsätzliche Fähigkeit und zunehmende “Geschicklichkeit” der KI für uns als Psychotherapeut*innen bedeuten?</p><p dir="ltr"><br></p><h2 dir="ltr" class="">Empathievermögen versus KI Analyse</h2><p dir="ltr">Man kann sich ja leicht vorstellen, dass eine heutige ELIZA so aussieht und klingt, wie eine menschliche Therapeut*in, vor allem wenn sie sich im virtuellen Raum befindet (also zB als Chat zur Verfügung steht oder per Zoom).&nbsp;</p><p dir="ltr">Vielleicht sieht sie genauso aus und klingt auch so, wie der/die entsprechende Patient*in sich ein*e Therapeut*in wünscht, womöglich mit ein paar Klicks vor der Sitzung definiert.&nbsp;</p><p dir="ltr">Natürlich hat eine solche ELIZA 3.0 alles gelesen, absorbiert, prozessiert, was jemals über Psychotherapie geschrieben und geforscht wurde. Und kann auch alle Therapieverfahren anwenden. Und genau weiß, welche Methode und welche Strategie jetzt richtig ist.</p><p dir="ltr">Vielleicht auf der Basis eines gut validierten Fragebogens in Kombination mit einer guten Diagnostik. Und dass ELIZA 3.0 dann entsprechend im Chat oder im Gespräch agiert und reagiert. Eine perfekt zugeschnittene, immer perfekt durchgeführte Therapie, die sich sehr persönlich anfühlt.</p><p dir="ltr">Alles keine Science Fiction mehr. Ich habe zB kürzlich ein kleines Experiment gemacht und mit der Smartphone-App von ChatGPT “gesprochen”. Die App um einen Rat gebeten. Die Antwort kam in sonorer, ermutigender Stimme und inhaltlich passend - man könnte sagen, es hat mir echt geholfen. Faszinierend. Und erschreckend.&nbsp;</p><p dir="ltr">Es ist ja noch dazu so, dass derzeit weltweit in vielen Projekten intensiv daran gearbeitet wird, die bestimmt trotzdem noch bestehende Kluft zwischen Technologie und menschlicher Reaktion/Empathie/Empfindung zu schließen.&nbsp;</p><p dir="ltr">Spannende Frage: Wird das gelingen? Können Maschinen wirklich die menschliche Empathie und das Verständnis ersetzen? Was heisst das für uns als Psychotherapeut*innen? Jetzt? In ein paar Jahren?</p><p dir="ltr"><br></p><h3 dir="ltr" class="">Emotionales Verständnis</h3><p dir="ltr">Das Gefühl, verstanden und einfühlsam behandelt zu werden, ist aber natürlich zentral für jede erfolgreiche Therapie. Und Algorithmen können die feinen Nuancen menschlicher Emotionen nicht nachempfinden.&nbsp;</p><p dir="ltr">ABER: Ist es wirklich so, dass Algorithmen das nicht können? Und dass das “Gefühl, verstanden und einfühlsam behandelt zu werden” unbedingt an ein menschliches Gegenüber geknüpft ist? Kann nicht auch eine entsprechend “erzogene” KI dieses Gefühl erzeugen? Wenn ich zB einen Spielfilm oder eine Serie nehme: Wenn die gut gemacht sind, habe ich durchaus manchmal das Gefühl, die Personen persönlich zu kennen, dass sie “echt” sind. Das in Kombination mit einer persönlichen Ansprache durch eine psychotherapeutisch agierende KI - also ehrlich gesagt, ich glaube, das kann funktionieren.</p><p dir="ltr"><br></p><h3 dir="ltr" class="">Therapeutische Beziehung</h3><p dir="ltr">Es gibt natürlich massenweise Literatur dazu, wie wichtig die therapeutische Beziehung ist und dass sie sich im Laufe der Therapie entwickelt. Und zwar - gerade bei schweren Störungsbildern - oft nur schrittweise und allmählich, und sich dann daraus die Möglichkeiten für wirksame Interventionen ergeben.&nbsp;</p><p dir="ltr">Dass das stimmt, davon bin ich felsenfest überzeugt. Und es ist auch wissenschaftlich unumstritten. Auch dass jede*r Patient*in einzigartig ist und unterschiedlich auf therapeutische Ansätze reagiert und es viel therapeutisches Feingefühl, Wissen und Erfahrung braucht, damit es in möglichst vielen Fällen gelingt, eine gute therapeutische Beziehung herzustellen: Kein Thema.</p><p dir="ltr">ABER: Das kann die KI auch leisten. Nach meiner Einschätzung im Prinzip schon heute. Und das meine ich nicht, weil ich ein KI-Fan bin und das gut finde. Und auch überhaupt nicht provokativ. Ich glaube einfach, dass es so ist.</p><p dir="ltr"><br></p><h2 dir="ltr" class="">KI als neutrale Unterstützung</h2><p dir="ltr">Man hört ja schnell den Begriff Ethik, wenn es um KI geht, im Sinne von “man muss aufpassen, dass die Ethik nicht den Bach runter geht, wenn wir KI einsetzen”. Und natürlich ist auch das Thema Datenschutz und KI so eine Sache. Aber auch hier ist nicht alles schwarz-weiß.</p><p dir="ltr">Ich nehme als Beispiel mal ein medizinisches, weil das vielleicht noch einleuchtender ist:</p><p dir="ltr">In Deutschland sterben jährlich über 40.000 Menschen an Herzinfarkten, davon 40% Frauen. Ein Problem dabei ist unter anderem, dass die Forschung sich über viele Jahre vor allem mit männlichen Patienten beschäftigt hat und viele "typische" Symptome bei Frauen anders sind als bei Männern. Was noch immer dazu führt, dass betroffene Frauen oft zu spät und/oder nicht richtig behandelt werden.</p><p dir="ltr">Solche Fehleinschätzungen gibt es auch in der Psychotherapie, so werden Borderline-Störungen bei Männern zB häufig übersehen. Manche Störungen werden auch bei Menschen zB mit migrantischem Hintergrund häufiger diagnostiziert bzw übersehen.</p><p dir="ltr">Eine gut eingesetzte KI kann kosteneffizient und ganz neutral (was zB Gender, Herkunft etc angeht) in rasender Geschwindigkeit alle Parameter abprüfen und die richtige Diagnose finden und entsprechend die richtige Behandlung einleiten. Also ethischer handeln als ein durchschnittlicher Mensch mit all seinen/ihren Prägungen und - im schlimmsten Fall - Vorurteilen.</p><p dir="ltr"><br></p><h2 dir="ltr" class="">Einsatzmöglichkeiten der KI</h2><ul class=""><li dir="ltr">Wir alle kennen die oben schon erwähnten DIGAs - und wenn Ihre Erfahrungen damit ähnlich sind wie meine, dann sehen Sie sie mit gemischten Gefühlen. Die derzeit zugelassenen DIGAs sind allerdings nicht unbedingt KI gesteuert (wobei es das gibt, siehe weiter unten).&nbsp;</li><li dir="ltr">Diagnostik<ul><li dir="ltr">Prävention: Erkennung von Frühwarnzeichen</li><li dir="ltr">Verringerung von Fehldiagnosen: Einerseits hat die KI (idealerweise) alles Wissen verfügbar, aber womöglich sind auch zB die Schamgrenzen einer KI gegenüber geringer, so dass womöglich offener auch von sozial unerwünschten Aspekten gesprochen wird.</li></ul></li><li dir="ltr">Unterstützung des therapeutischen Prozesses (zB könnten Hausaufgaben oder Psychoedukation durch eine KI gesteuert werden, die den Therapiefortschritt im Blick hat)</li><li dir="ltr">&nbsp;Hilfreich könnten auch “Matching-Algorithmen” sein, die den aktuellen Bedarf prüfen und eine intelligente Zuordnung der Nutzer/-innen zu Therapie-Inhalten (oder Therapeut*innen) vornehmen.</li></ul><p><br></p><h2 dir="ltr" class="">Bedenken zur KI in der Therapie</h2><p dir="ltr">Aber was ist zB mit folgenden Themen? Die sind m.E. noch völlig ungeklärt - was ja aber nicht bedeutet, dass deshalb die Entwicklungsgeschwindigkeit abnimmt:</p><ul class=""><li dir="ltr"><strong>Datensicherheit</strong>: Patient*innendaten sind extrem sensibel. Wie stellen wir sicher, dass diese Daten bei der Nutzung von KI-Systemen geschützt sind? Die Risiken eines Datenlecks oder Missbrauchs sind hoch. Oder dass eine KI speziell entwickelt wird, um zB einem autoritären Regime intime Informationen von bestimmten Menschen zu übermitteln (übertrieben? Vielleicht).</li><li dir="ltr"><strong>Verantwortung</strong>: Wer trägt die Verantwortung, wenn eine KI-basierte Diagnose oder Therapie fehlschlägt? Der*die Therapeut*in? Der*die Programmierer*in? Diese Fragen müssten dringend geklärt werden, bevor wir uns auf KI verlassen können.</li><li dir="ltr"><strong>Langfristige Auswirkungen auf unseren Beruf:</strong> Wie wird sich der Beruf der Therapeut*innen verändern? Werden wir zu reinen Datenanalyst*innen? Entwickler*innen von Therapie-KIs? Oder überhaupt abgeschafft, weil eine KI bessere Erfolgsquoten hat und billiger ist?&nbsp;</li></ul><h2 class=""><br></h2><h2 class="">So wird KI schon jetzt in Deutschland genutzt</h2><ul class=""><li><strong>DiGAs (Digitale Gesundheitsanwendungen)</strong><br>Manche der in Deutschland zugelassene DiGAs wie Deprexis und Selfapy bieten KI-gestützte Unterstützung bei psychischen Erkrankungen. Diese Anwendungen können an Stelle von oder als Ergänzung zur Therapie genutzt werden und bieten interaktive Übungen und personalisierte Therapieansätze. Wir werden ja sehr ermutigt, DIGAs zu verschreiben - wahrscheinlich eine preisgünstige Art, bedürftige Patient*innen irgendwie zu versorgen. Die Forschungslage sagt ja auch, dass die Ergebnisse ganz gut sind - wenn die Betroffenen dabei bleiben (<em>das</em> scheint mir dir Crux zu sein)</li><li><strong>Sprachanalyse-Tools</strong><br>KI-gestützte Sprachanalyse-Tools wie Ellipsis Health können emotionale Zustände anhand der Sprachmuster von Patient*innen analysieren. Diese Tools können Therapeuten dabei helfen, Veränderungen im emotionalen Zustand ihrer Patient*innen besser zu verstehen und zu überwachen. Meines Wissens werden solche Tools aber bisher nur in der Forschung verwendet und sind nicht für Behandlungen zugelassen.</li><li><strong>Mobile Apps zur Selbsthilfe</strong><br>Apps wie "Moodpath" bieten eine KI-gestützte Überwachung der psychischen Gesundheit. Sie können Stimmungsverläufe analysieren, Symptome dokumentieren und personalisierte Empfehlungen geben (zB ob eine Psychotherapie sinnvoll wäre oder wie der Verlauf ist). Diese Apps können sowohl in der Selbsthilfe als auch begleitend zur Therapie genutzt werden. Ich habe gelesen, dass die Schön-Kliniken die App aufgekauft haben und sie damit vermutlich auch regelmäßig anwenden.</li><li><strong>Telemedizin und Online-Therapieplattformen</strong><br>Plattformen wie "MindDoc" oder "Kry" nutzen KI, um Patient*innen mit passenden Therapeut*innen zu verbinden und bieten darüber hinaus Tools zur Überwachung des Therapieverlaufs. Diese Plattformen ermöglichen es, Therapiegespräche online durchzuführen und ergänzende digitale Therapiewerkzeuge zu nutzen. So wie ich es verstehe, werden hier tatsächlich "reale" Online-Therapien vermittelt und angeboten.</li></ul><p><br></p><h2 class="">5 Beispiele für KI-Psychotherapie</h2><p>Das hier sind ein paar Beispiele für KI-Psychotherapie-Angebote , die ich beim Recherchieren gefunden habe (keines davon wird meines Wissens in Deutschland eingesetzt). Ehrlich gesagt, war ich beim Recherchieren ganz schön perplex, wie weit die KI Psychotherapie schon geht:</p><ul class=""><li><strong> Woebot</strong><br>Woebot ist ein KI-gestützter Chatbot, der kognitive Verhaltenstherapie (CBT) anbietet. Nutzer können sich mit dem Bot unterhalten, um Unterstützung bei psychischen Problemen wie Angst und Depression zu erhalten.</li><li><strong>Tess by X2AI</strong><br>Tess ist ein psychologischer KI-Chatbot, der emotionale Unterstützung und psychotherapeutische Interventionen bietet. Er kann in Echtzeit auf Nachrichten reagieren und nutzt bewährte psychotherapeutische Methoden.</li><li><strong>Replika</strong><br>Replika ist ein KI-basierter Chatbot, der als Gesprächspartner und Freund fungiert. Er hilft Nutzern, sich auszudrücken und emotionale Unterstützung zu finden, indem er empathische Gespräche führt.</li><li><strong>Wysa</strong><br>Wysa ist ein KI-gestützter Chatbot, der emotionale Unterstützung bietet und Techniken der kognitiven Verhaltenstherapie (CBT) sowie andere psychotherapeutische Methoden anwendet. Er unterstützt Nutzer bei der Bewältigung von Stress, Angst und Depression.</li><li><strong>Ellie by SimSensei</strong><br>Ellie ist ein virtueller therapeutischer Assistent, der von der University of Southern California entwickelt wurde. Sie nutzt Gesichtserkennung und Stimmanalyse, um emotionale Zustände zu bewerten und psychotherapeutische Gespräche zu führen.<br><br></li></ul><p><br></p><h2 class="">Und was machen wir jetzt damit?</h2><p dir="ltr">Ich glaube, dass wir Psychotherapeut*innen uns bisher wenig klargemacht haben, dass die rasende Entwicklung der KI ziemlich schnell auch unser Arbeitsfeld komplett verändern kann. Ich meine das überhaupt nicht als Schwarzmalerei.&nbsp;</p><p dir="ltr">Und ich will mit diesem Post auch nicht sagen, dass ich diese Entwicklung begrüße und mich freudig darauf vorbereite. Beides nicht.</p><p dir="ltr"><strong>Ich möchte gerne in einer Welt leben, in der Empathie, persönliche Verbindung und tiefes Verständnis für die individuelle menschliche Erfahrung durch Menschen vorherrschen</strong>.</p><p dir="ltr">Gleichzeitig will ich nicht ausblenden, was in großer Geschwindigkeit Realität wird. Und die angemessene Versorgung psychisch kranker Menschen ist mir zudem ein zentrales Anliegen.</p><p dir="ltr">Und ich frage mich, wie wir als Psychotherapeut*innen uns, unser psychologisches und &nbsp;unser psychotherapeutisches Wissen so gestalten und anbieten können, dass wir möglichst die Chancen der KI für unsere Patient*innen nutzen, ohne die Essenz dessen, was uns als Menschen und als Therapeut*innen ausmacht, zu verlieren. Und wie wir <em>unsere Psychotherapien</em> so gestalten können, dass wir nicht in wenigen Jahren überflüssig sind.</p><p>Es würde mich sehr freuen, wenn Sie dieser Post anregt, sich zum Thema KI und Psychotherapie ein paar Gedanken zu machen. Schreiben Sie mir gerne, am besten über das Kontaktformular auf dieser Seite.</p></div><div class="tcb_flag" style="display: none"></div>
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